wiki:1762_ansquer_jordan_varietes
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| - | liefern! Mit einem Worte: welche Kriegsübungen erfordern nicht eine vollkommene Erkenntniß der Beschaffenheit des Volkes, wider welches man den Krieg führet, und des Landes, auf dem man das Kriegstheater aufzuschlagen gedenkt ? Man darf sich gar nicht schmäucheln, | + | liefern! Mit einem Worte: welche Kriegsübungen erfordern nicht eine vollkommene Erkenntniß der Beschaffenheit des Volkes, wider welches man den Krieg führet, und des Landes, auf dem man das Kriegstheater aufzuschlagen gedenkt ? Man darf sich gar nicht schmäucheln, |
| - | Was wurde die Staatskunst Richtiges und Gerechtes über die verschiedenen Zwistigkeiten der Gesetzgebung entscheiden können, wenn sie keine Erfahrung auf Reisen eingeholet? Wie würde sie die Schattirungen oder politischen Züge, die so verschiedene Regierungsformen bilden, entdecken? Wie würde sie die Grundsätze auseinander sehen, welche die Macht der einen Monarchie befestigen, da sie den Umsturz einer andern nach sich ziehen würden? Der bloße Verstand ist nicht hinlänglich, | + | Was wurde die Staatskunst Richtiges und Gerechtes über die verschiedenen Zwistigkeiten der Gesetzgebung entscheiden können, wenn sie keine Erfahrung auf Reisen eingeholet? Wie würde sie die Schattirungen oder politischen Züge, die so verschiedene Regierungsformen bilden, entdecken? Wie würde sie die Grundsätze auseinander sehen, welche die Macht der einen Monarchie befestigen, da sie den Umsturz einer andern nach sich ziehen würden? Der bloße Verstand ist nicht hinlänglich, |
| - | Fühlest du in deiner Seele die göttliche Flamme eines durchdringenden Verstandes; mache dich eilends auf den Weg: nichts, als das Reisen kann diesem Feuer, so deinen Geist verzehret, Nahrung geben. Die bloße Besichtigung des Cap des Tourmentes hat dem Verfasser | + | Fühlest du in deiner Seele die göttliche Flamme eines durchdringenden Verstandes; mache dich eilends auf den Weg: nichts, als das Reisen kann diesem Feuer, so deinen Geist verzehret, Nahrung geben. Die bloße Besichtigung des [[kap|Cap]] des Tourmentes hat dem Verfasser |
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| - | der Lusiade jenes Meisterstuck von Gemälden ((Man lese in dem fünften Gesange die 39 Strophe, die anfängt Nao acabaya, quando hua figura. Dichter, die ein großes Werk schreiben wollen, können das Reisen nicht entbehren. Muratorius erzählt, daß, als Tasso zu dem Ende seines befreyten Jerusalems geeilet, habe er seine Einbildung ganz entschöpfet gefunden, und er habe eine Reise vornehmen müssen, um selbe mit neuen Bildern anzufüllen.)) in seinem fünften Gesange eingegeistet, | + | der Lusiade jenes Meisterstuck von Gemälden ((Man lese in dem fünften Gesange die 39 Strophe, die anfängt |
| - | Hat die Naturgeschicht Reizungen für dich: Schiffe dich ungesäumt ein, entfernte Eyländer zu besuchen. Hätte Turnefort nur auf den Feldern, die unsre Hauptstadt umgeben, Kräuter gesuchet, würde er die Kräuterwissenschaft mit so unzähligen heilsamen Pflanzen, und seltenen Gewächsen bereichert haben? | + | Hat die Naturgeschicht Reizungen für dich: Schiffe dich ungesäumt ein, entfernte |
| - | Woher hat die Sternsehekunst diese Vollkommenheit erreichet, als durch die Reisen? Sind es die Wart und Schauthurme, | + | Woher hat die Sternsehekunst diese Vollkommenheit erreichet, als durch die Reisen? Sind es die Wart- und Schauthurme, |
| - | Findest du Geschmack an den Alterthümern? | + | Findest du Geschmack an den Alterthümern? |
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| - | Wie viele jungen Milords, die wir mit kindischen Mienen und ungeschliffenen Sitten zu Paris haben aus ihrem Wagen steigen gesehen, sind nach zweyen Jahren noch eben so ungebildet, und vieleicht noch häßlicher gebildet in selbem zurückgekehret, | + | Wie viele jungen Milords, die wir mit kindischen Mienen und ungeschliffenen Sitten zu Paris haben aus ihrem Wagen steigen gesehen, sind nach zweyen Jahren noch eben so ungebildet, und vieleicht noch häßlicher gebildet in selbem zurückgekehret, |
| - | Lasset uns demnach durch die Mängel unsrer Nachbarn klüger werden; lasset uns unsre jungen Herren nicht eher aus Reisen schicken, als bis sie Das zwanzigste Jahr ihres Alters erreichet. Sie sollen an ihren Mentoren oder Hofmeistern kluge und aufgeklärte Freunde haben, die durch ihre schon erlangte und wohl verdaute Erkenntniß sie zubereiten können, jenes in fremden Ländern mit Frucht und Nutzen zu sehen, was ihre Aufmerksamkeit verdienen kann. Sie sollen wenigst eine kleine Wissenschaft der Muttersprache der Lånder, die sie zu durchreisen gedenken, zum Voraus besitzen. Die ältern und neuern Geschichte sollen für sie ihre Schätze nicht ganz verschlossen haben; und sie sollen nicht ganz Fremdlinge in den schönen Wissenschaften seyn. Wie viele vermeynte Liebhaber derselben haben Reisen gethan, die nicht | + | Lasset uns demnach durch die Mängel unsrer Nachbarn klüger werden; lasset uns unsre jungen Herren nicht eher aus Reisen schicken, als bis sie Das zwanzigste Jahr ihres Alters erreichet. Sie sollen an ihren Mentoren oder [[Hofmeister|Hofmeistern]] kluge und aufgeklärte Freunde haben, die durch ihre schon erlangte und wohl verdaute Erkenntniß sie zubereiten können, jenes in fremden Ländern mit Frucht und Nutzen zu sehen, was ihre Aufmerksamkeit verdienen kann. Sie sollen wenigst eine kleine Wissenschaft der Muttersprache der Länder, die sie zu durchreisen gedenken, zum Voraus besitzen. Die ältern und neuern Geschichte sollen für sie ihre Schätze nicht ganz verschlossen haben; und sie sollen nicht ganz Fremdlinge in den schönen Wissenschaften seyn. Wie viele vermeynte Liebhaber derselben haben Reisen gethan, die nicht |
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| - | Schicksals zu ersehen wissen (i). Ein ansehnlicher Vorschuß, der eine Frucht ihrer Frengebigkeit | + | Schicksals zu ersehen wissen |
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| Wer macht Holland reich? Der Staat und die Religion: Nicht ihre eigene, nein, fremde. Welche Bezauberung hat die Mächte von Europa geblendet, Staatsgeschäffte in dem theuern Haag abzuthun, die vieleicht in jedem andern, wenn schon, nicht so ergötzend, doch gemächlich gelegenen Dorfe jedes Reiches abgehandelt werden könnten? Erstaunliches Vorurtheil! Alle Nationen geben dem Holland zu verdienen, und der ungesittete Holländer giebt nicht einer einen Stüber zum besten. Nein, nicht ihre Waaren, nicht ihre Gesparsamkeit, | Wer macht Holland reich? Der Staat und die Religion: Nicht ihre eigene, nein, fremde. Welche Bezauberung hat die Mächte von Europa geblendet, Staatsgeschäffte in dem theuern Haag abzuthun, die vieleicht in jedem andern, wenn schon, nicht so ergötzend, doch gemächlich gelegenen Dorfe jedes Reiches abgehandelt werden könnten? Erstaunliches Vorurtheil! Alle Nationen geben dem Holland zu verdienen, und der ungesittete Holländer giebt nicht einer einen Stüber zum besten. Nein, nicht ihre Waaren, nicht ihre Gesparsamkeit, | ||
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| - | Ein Dolman ist eine eng geschnittene, | + | [//Ein Dolman ist eine eng geschnittene, |
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