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wiki:synopse_entdeckungszeitalter

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Synopse Entdeckungszeitalter

Portugal Spanien England Niederland Frankreich Russland Preußen Dänemark Österreich Italien
Erkundung: Kanaren 1341 1402 1339
Erkundung: Süden 1415–97
Erkundung: Westen 1497
Caboto
1523
Varrazzano
1534
Cartier
1601
Pyrard/Martin
1473
Grönland
Fernhandel 1444
1482
1552
Merchant Venturers
Ab 1595
1602 VOC
1604/1674
Colbert
1682
BAC
1616
Danish East
India Company
Weltum-segelung 1584–90 1519–22
Magellan
1577–80
Drake
1598–1601
Van Noort
1766–1769
Bougainville
1803–06
von Krusenstern
1822–24
Mentor
1845–47
Galathea-E.
1857 – 1859 Novara
Wüllerstorf-U.
Expedition (maritim) 1789–90
Malaspina
1703–04
Dampier
1767–69
Bougainville
1733–1743
1. Kamtschatka-E.
Expedition (Land) 1768
Kalifornien
1720–27
Messerschmidt
1799-
Humboldt/Bonplandt
Naturforscher 1789–90
Malaspina
1766–69
Bougainville
1733–43
1. Kamtschatka-E.
Vermessung 1735
Godin/Condamin
1733–43
1. Kamtschatka-E.
Kolonie
Eroberung
1584-90
Roanoke
1541
De Roberval
1580
Jermak T.
Weltum-rundung 1670-79
Pedro Cubero
1693-98
Gemelli-Carreri

Zeitleiste zur Synopse Entdeckungszeitalter

Der Genuese Lanzarotto Malocello soll an der später Lanzarote genannten Insel vor 1336 gelandet sein, Genaueres ist nicht bekannt. 1341 schickte der portugiesische König Schiffe zur Erkundung, über die ein lateinischer Text von Bocaccio vorliegt, auf der Basis von Briefen, die Kaufleute aus Florenz in Sevilla geschrieben haben, welche sich wiederum auf Niccolò de Recco als Augenzeugen berufen, dessen Fahrt im Juli begann und viereinhalb Monate dauerte. Eine dritte Landung, diesmal durch katalanische Schiffe, erfolgte vor 1344. 1344 übertrug der Papst Clemens VI. die Kanarischen Inseln dem französisch-spanischen Prinzen Louis de la Cerda, der 1348 starb und niemals auf den Kanarischen Inseln war. Der portugiesiche König Alfons VI. protestierte und berief sich auf die Fahrt von 1341.

Genua 1339

Lanzarotto Molocello

=Lancelotto Malocello, wahrscheinlicher Namensgeber für die Insel Lanzarote

  • 1312–1332 soll Lancelotto Malocello auf den Kanaren gewesen sein, auch als Händler, was wiederholten Schiffsverkehr unterstellt. Mit ihm lässt Ulbrich (S. 76–83) die konkrete Geschichtsschreibung über die Kanaren beginnen.
  • Der Kartenzeichner Angelino Dulcert (=Dalorto?) erwähnt die Insel Lanzarote nicht in seinem Portolan von 1325, wohl aber auf seiner Karte von 1339 und zeigt dort auch weitere zwei der kanarischen Inseln.
  • Monique Pelletier
    Le portulain d’Angelino Dulcert, 1339.
    Cartographica Helvetica. Fachzeitschrift für Kartengeschichte. 2.9 (1993/94) 23–31, Online.
  • Kanarische Inseln
    Ulbrich, Hans-Joachim
    Die Entdeckung der Kanaren vom 9. bis zum 14. Jahrhundert: Araber, Genuesen, Portugiesen, Spanier.
    Almogaren XX.1 (1989) 60-138. (Institutum Canarium), Hallein 1990, [updated 2006] PDF
    Der Autor hat akribisch zahlreiche Spuren zu den Kanaren verfolgt. Diese sind zwar oft nicht urkundlich belastbar, zeichnen jedoch ein plausibles Bild, dass ein geographisches Wissen über die Kanaren unter Seefahrern, Händlern und Herrschern kursierte und dass die navigatorischen Fähigkeiten sie zu erreichen fast immer vorhanden war. Das kaufmännische Interesse und der politische Wille nahmen jedenfalls ab dem 14. Jahrhundert deutlich zu.
  • Charles Verlinden
    Lanzarotto Molocello et la découverte portugaise des Canaries
    Revue belge de philologie et d'histoire, 36 (1958) 1173-1209.
  • Obenaus, Andreas
    Genuesen, Katalanen, Portugiesen. Die Anfänge der europäischen Atlantikexpansion
    S. 93–122 in: Alexander Marboe, Andreas Obenaus (Hg.): Seefahrt und die frühe europäische Expansion. Wien 2009.

Portugal 1341

Niccolò (=Niccoloso) da Recco aus Genua

Giovanni Boccaccio erwähnt in seiner Sammlung „De Canaria et insulis reliquis ultra Hispaniam in Oceano noviter arters“ um 1342, dass da Recco und der Florentiner Angiolino del Tegghia de' Corbizzi an einer Erkundungsfahrt teilgenommen hätten, die von Alfonso IV. von Portugal veranlasst worden sei. In diesem Bericht von da Recco finden sich auch die ersten Belege für Begriffe der Guanchensprache. Die darin genannte Entfernung von 1300 Kilometern von Sevilla zu den Inseln ist präzise. Die Kaufleute interessieren sich für den roten Farbstoff der Drachenbäume und andere Handelswaren.

  • David Abulafia
    Neolithic Meets Medieval: First Encounters in the Canary Islands
    in: Joan-Pau Rubies (Hg.): Medieval Ethnographies. European Perceptions of the World Beyond. London 2007: Routeledge.
  • Nathalie Bouloux, Odile Redon
    «Boccace,« de Canarie et d'autres îles nouvellement découvertes dans l'Océan, au large de l'Espagne.
    Traduction du latin et commentaire
    Médiévales, 47 (2004) 9-16. Online DOI
  • Bruscoli, Guidi
    Navegadores italianos e as ilhas atlânticas no De Canaria de Boccaccio.
    S. 117-126 in: O mar como futuro de Portugal (c. 1223–c. 1448). A propósito da contratação de Manuel Pessanha como Almirante por D. Dinis, Actas XV Simpósio de História Marítima. Academia de Marinha, 2019. Online mit umfangreichen Quellenangaben zu Niccoloso da Recco und Alvise Cadamosto.
  • Cave, Scott
    Communication and the Social History of Contact in the Spanish Atlantic, 1341-1602.
    The Pennsylvania State University, 2018. Online
    Der Autor zieht vergleichend heran Angelino Dulcert’s BL ms 25691 Karte, die Beschreibung von Al-Maqrizi über eine Genueser Unternehmung von 1339; Informationen über den Tod von Lanselot Malozèl in Zypern 1372; zwei Urkunden Lanzarotto Malocello beteffend und eine neue Übersetzung des al-Maqaddima von Ibn el Jaldun. Vor diesem Hintergrund setzt der Autor das Jahr der Wieder-Entdeckung der Kanaren auf 1339.
  • García, José Barrios
    Proyecto de catalogación de las fuentes escritas sobre las poblaciones bereberes de Canarias en los siglos XIV-XV.
    Coloquios de Historia Canario Americana (1996): 525-541. Online
  • Herrera Piqué, Alfredo
    Fuentes antiguas de la historia del Archipiélago: El relato de Niccoloso da Recco sobre Canarias (año 1341)
    La Caja de Canarias (Las Palmas de Gran Canaria) Mayo 1982, S. 6–8 Online
  • Alberto Quartapelle
    ¿Los portugueses fueron los primeros en redescubrir las Islas Canarias en 1334?
    Revista de Historia Canaria 206 (2024) 173–203. Online
    Papst Clemens VI. verlieh La Fortuna 1344 an den Katalanen Luis de la Cerda; dieser war selbst nie auf den Inseln. Dem gegenüber behauptete Alfons IV. von Portugal, dass seine Seefahrer die Kanarischen Inseln als Erste entdeckt hätten. Der Autor zieht zur Beurteilung Dokumente aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts heran. Außerdem verweist er auf drei neu aufgefundene Graffiti im Torre del Homenaje in Olivenza, Portugal, aus dem Jahr 1334.
  • Buenaventura Bonnet Reverón
    La expedición portuguesa a Las Canarias en 1341
    Revista de Historia, 62 (1943) 112-133
  • José Juan Batista Rodríguez, Encarnación Tabares Plasencia, Marcos Sarmiento Pérez
    La documentación en la literatura de viajes sobre Canariaslos viajeros de lengua alemana (y otros)
    S. 31-42 in: Dolores del Pino García Padrón, María del Carmen Fumero Pérez (Hg.): Tendencias en lingüística general y aplicada, 2010, ISBN 9783631604113.
  • Massimo Scaligero
    Niccoloso da Recco : Esploratore atlantico
    152 S. Milano 1942: Zucchi. [auch 2003]
  • Schmitt, G.
    Die Fahrt des Niccoloso da Recco zu den Kanarischen Inseln (1341).
    S. 47-53 in: Verlinden/Schmitt (Hg.): Die mittelalterlichen Ursprünge der europäischen Expansion, München 1986: Beck.

Spanien 1402

Die Franzosen Jean de Béthencourt (1362-1425) und Gadifer de la Salle (1355-1422) erobern die Kanaren für die kastilische Krone.
Zeitleiste des Seeweges nach Asien südöstlich um Afrika

Portugal 1444

Die Companhia da Lagos (→ Liste von Fernhandelsnetzwerken, nicht 'da Lagoa', auch nicht identisch mit der Companhia Africana dos Lagos von 1877) wurde 1444 in Lagos an der Algarve gegründet, nachdem 1443 Gil Eanes als Erster das Kap Bojador nicht nur erreicht sondern auch umschifft hatte. Schiffe dieser Companhia segelten 1444 zur Küste Mauretaniens und kamen am 8. August mit 235 Sklaven an Bord zurück nach Lagos. Damit erreichten die ersten versklavten Menschen Portugal (Crónica dos feitos da Guiné de Gomes Eanes de Zurara, vgl. Pimentel, 1995 und Henriques, 2009; zit. nach Neves).

Das Organisationssystem bestand aus miteinander gekoppelten Subsystemen:

  • der Companhia
    z. B. …da Guiné, … da India, als privates Unternehmen von Gesellschaftern, das die Finanzierung übernahm
  • der Casa
    z. B. …da Guiné, später … da India, als Handelskontor unter staatlicher Aufsicht in Lissabon;
  • der Feitoria
    einer befestigten Handelsniederlassung in der Zielregion der Companhia.

Portugal 1482

Casa da Guiné Companhia

  • Henriques, I. C.
    A Herança Africana em Portugal
    Edições dos CTT 2009
  • Fitzler, Hedwig
    Überblick über die portugiesischen Überseehandelsgesellschaften des 15.-18. Jahrhunderts.
    Vierteljahrschrift für Sozial-und Wirtschaftsgeschichte 24.3 (1931) 282-298.
    Die Autorin bemängelt die nahezu völlige Außerachtlassung dieses Themas (mit Ausnahme von: Tito August de Carvalho: Les colonies portugaises au point de vue commercial Commissão de Lisboa organisadora da representação portugueza na Exposição universal de 1900. Paris, 1900: Aillaud) und schreibt in Fußnote 3: „Ich beschränke mich deshalb auch hier auf einige wenige bibliographische und archivalische Angaben, da ich der genannten Studie eine nach Möglichkeit vollständige Quellenliste voranstellen werde.“
    Am Anfang steht die 1444 gegründete „Lagos-Kompagnie“ von Heinrich dem Seefahrer, dessen Bruder Don Pedro daran, Gil Eanes, Umsegler des Kap Bojador, und Estevão Affonso, zwei weitere Gesellschaften folgen, aber alle werden noch im 15. Jahrhundert wieder aufgelöst.
  • Neves, Maria, Almeida, Miguel, Ferreira Maria
    História de um arrabalde durante os séculos XV e XVI: o “poço dos negros” em Lagos (Algarve, Portugal) e o seu contributo para o estudo dos escravos em Portugal.
    S. 29–46 in: A Herança do Infante (2011). Online
  • Pimentel, M. R.
    Viagem ao fundo das consciências: a escravatura na Época Moderna
    Lisboa 1995: Edições Colibri.

Tabellarische Übersicht der Gründung der Feitoria

Name und Ort Lage (Region, Land) Kontinent Gründungsjahr Historischer Beleg
Arguim Bucht von Arguim, Mauritanien Afrika 1445 Erste befestigte Feitoria außerhalb Europas
Ribeira Grande Insel Santiago, Kap Verde Afrika 1462
São Jorge da Mina Elmina, Ghana Afrika 1482 Goldhandel
Benin (Ughoton) Königreich Benin, Nigeria Afrika ca. 1485 Handel mit Sklaven und Pfeffer
São Tomé Insel São Tomé Afrika 1493
Cochin (Kochi) Malabarküste, Indien Asien 1503 Erste Feitoria in Asien (Fort Manuel)
Cabo Frio Rio de Janeiro, Brasilien Amerika 1504 Erste Feitoria in Brasilien
Sofala Küste von Mosambik Afrika 1505 Goldhandel
Kollam (Coulão) Kerala, Indien Asien 1505 Pfefferhandel
Hormuz Straße von Hormus, Iran Asien 1507/1515 Kontrolle der Schifffahrtsstraße
Goa Konkan-Küste, Indien Asien 1510
Malakka Malaiische Halbinsel, Malaysia Asien 1511 Kontrolle der Schifffahrtsstraße
Ternate Molukken, Indonesien Asien 1522 Handel mit Gewürznelken
Diu Gujarat, Indien Asien 1535
Macau Kanton-Delta, China Asien 1557
Nagasaki Kyūshū, Japan Asien 1571 Handel mit Seide und Silber

Alvise Cadamosto 1432-1483

Alvise Cadamosto aus Venedig war zunächst Fernhändler, dann leite er von 1454 bis 1463/64 Erkundungsfahrten für den portugiesischen Infanten Heinrich, 'der Seefahrer'. Wieder in Venedig, kommandierte er eine Handelsflotte. 1455 und 1456 segelte er von Lissabon über Madeira und die Kanarischen Inseln bis zum Gambia-Fluss und den Bijagós-Inseln. Außerdem fügte Cadamosto den Bericht von Pedro de Sintras um 1461, an, der die Gebiete der heutigen Staaten Sierra Leone und Liberia erreichte. Am Gambia-Fluss sah und beschrieb er das Sternbild Kreuz des Südens „carro dell'ostro“, das als Südzeiger bei der Navigation genutzt wird, wenn der Polarstern nicht mehr zu sehen ist.

  • Cadamosto, Alvise
    Sensuyt le nouveau monde & navigations faictes par Emeric Vespuce Florentin. Des pays & isles nouvellement… zuerst gedruckt von Montalboddo Fracan (= Fracanzano) in Paesi Nouamente retrouati…Reisesammlungen 1507

Portugal 1584–1590

Der Portugiese João da Gama (um 1540 – nach 1591) vollbrachte zwar die erste portugiesische Weltumrundung, jedoch nicht gezielt im Auftrag, sondern in Etappen, auf verschiedenen Schiffen und nicht immer unter eigener Führung. Er startete 1584/85 in Lissabon, segelte in östlicher Richtung um das Kap der Guten Hoffnung und via Indien und Molukken (deren 'Captain' er war) nach China (Macau, damals portugiesisch). 1589–1590 fuhr er mit einem eigenen Schiff über Japan und den nördlichen Pazifik nach Mexiko (Acapulco). Als Gefangener (weil er gegen Handelsverbote verstoßen hatte) auf einem spanischen Schiff erreichte er Sevilla und starb, bevor der Prozeß abgeschlossen wurde. Er war damit einer der Ersten, die die Erde in östlicher Richtung umrundeten und vielleicht derjenige mit der nördlichsten Route, nördlich von Hokkaido und nahe den Kurilen und Aleuten. Sowohl Quellen als auch Literatur dazu sind mager.

  • da Cunha Rocha, Carolina
    De trotamundos a mediadores culturales: maestros del movimiento en la ruta transpacífica (1513-1696).
    Sincronías barrocas (siglos XVI-XVIII) (2024): 43. Online
wiki/synopse_entdeckungszeitalter.1776406582.txt.gz · Zuletzt geändert: von Norbert Lüdtke

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